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Nationale Kinderschutzstatistik

Ein Drittel aller Kinder, die misshandelt werden, sind jünger als vier Jahre alt, das heisst, in einem Lebensabschnitt, wo es wenig familienexterne Kontrolle gibt. Ein Fokus in der Prävention könnte darauf gelegt werden, wie man diese besonders gefährdete Altersgruppe besser erreicht und schützt.

Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie Fachgruppe Kinderschutz der schweizerischen Kinderkliniken

Die Situation im Jahr 1 von Corona

Im Jahre 2020 wurden bereits im zwölften Jahr in Folge diejenigen Kinder statistisch erfasst, die wegen vermuteter oder sicherer Kindsmisshandlung ambulant oder stationär an einer Schweizerischen Kinderklinik behandelt worden waren. Erneut haben alle 21 grossen oder mittelgrossen Kinderkliniken an der Umfrage teilgenommen, sodass in dieser Statistik sicher ein ganz grosser Teil derjenigen Kinder erfasst wird, die wegen irgendeiner Form von Kindsmisshandlung an einer Kinderklinik in der Schweiz behandelt worden waren.

Resultate

Insgesamt wurden im Jahr 2020 von allen Kliniken zusammen 1‘590 Fälle gemeldet, 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Erneut ist festzuhalten, dass diese Zahl nicht die tatsächliche Anzahl von Kindsmisshandlungen in der Schweiz widerspiegelt. Wir beschränken uns in der statistischen Erfassung auf die Kinder, die effektiv auch in der Kinderklinik gesehen wurden; die sehr vielen Fälle, wo eine Kinderschutz-gruppe eine externe Stelle nur beraten hat, werden dabei nicht erfasst. Zudem werden viele Kinderschutzfälle gar nie an einer Kinderklinik abgeklärt.

 

Körperliche Misshandlung 584 (36,7 %)
Vernachlässigung 427 (26,9 %)
Psychische Misshandlung 317 (19,9 %)
Sexueller Missbrauch 259 (16,2 %)
Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom 5 0,3 %)

 

In der Häufigkeit an erster Stelle steht erneut die körperliche Misshandlung, was auch damit erklärt werden kann, dass Kinder mit sichtbaren Spuren oder Verletzungen häufiger an einer Kinderklinik vorgestellt werden als zum Beispiel Kinder mit Verdacht auf sexuellen Missbrauch. Unverändert sind erneut mehr Mädchen als Knabe betroffen (55 zu 45 %), 18,4 Prozent der misshandelten Kinder sind jünger als ein Jahr, 44 Prozent der Kinder jünger als sechs Jahre alt.

Geschlecht der Kinder in den einzelnen Diagnosegruppen:

 

  Knaben Mädchen
Körperliche Misshandlung 55,0 % 45,0 %
Vernachlässigung 48,5 % 51,5 %
Psychische Misshandlung 47,0 % 53,0 %
Sexueller Missbrauch 17,2 % 82,8 %

 

Unverändert nahezu ausgeglichene Geschlechterverteilung in allen Misshandlungs­formen mit Ausnahme des sexuellen Missbrauchs, der viel mehr Mädchen als Knaben betrifft.

  

Sicherheit der Diagnose

 

Sicher 943 (59,3 %)
Wahrscheinlich 347 (21,8 %)
Unklar 300 (18,9 %)

 

Am sichersten waren sich die Fachleute mit 73,5 Prozent bei der Diagnose psychische Misshandlung. In diese Gruppe fallen auch all die Kinder, die häusliche Gewalt miterleben, was in vielen Fällen einer psychischen Misshandlung entspricht. Viele Fälle von vermutetem sexuellem Missbrauch (> 40 %) blieben unklar, da der sexuelle Missbrauch in aller Regel keine sichtbaren Spuren hinterlässt.

Täterin / Täter: Beziehung zum Kind

 

Familie 1’195 (75,2 %)
Bekannte/r des Kindes 229 (14,4 %)
Fremdtäter 69 ( 4,3 %)
Unbekannter Täter 98 ( 6,1 %)


Vor allem die psychische Misshandlung und die Vernachlässigung werden durch die direkten Erziehungsberechtigen der Kinder begangen. Beim sexuellen Missbrauch sind gut 37 Prozent aus der Familie, ebenfalls 37 Prozent aus dem Bekanntenkreis des Kindes, der Rest sind Fremdtäter oder unbekannte Täter.

 

Täterin / Täter: Geschlecht

 

Männlich 594 (37,4 %)
Weiblich 397 (25,0 %)
Männlich und weiblich (meist Eltern gemeinsam) 486 (30,6 %)
Unbekannt / keine Angabe 113 ( 7,1 %)

 

Männer wenden deutlich mehr Gewalt (als Erziehungsmittel?) als Frauen an, psychische Misshandlung und Vernachlässigung wird in gut der Hälfte der Fälle von beiden Elternteilen gemeinsam begangen. Beim sexuellen Missbrauch liegt der Anteil der männlichen Täter – wie in den letzten Jahren – bei knapp > 80 Prozent.

Täterin / Täter: Alter

 

Älter als 18 Jahre 1’310 (82,4 %)
Jünger als 18 Jahre 194 (12,2 %)
Jünger und älter als 18 Jahre (mehrere Täter) 12 ( 0,8 %)
Unbekanntes Alter / keine Angabe 74 ( 4,7 %)

 

Die jugendlichen Täter sind vor allem beim sexuellen Missbrauch mit 23 Prozent und bei der körperlichen Misshandlung mit 20,5 Prozent stärker vertreten, in den übrigen Misshandlungsformen spielen sie keine oder nur eine sehr geringe Rolle.

Meldung an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde

Durch eine andere Stelle bereits vorgenommen 450 (28,3 %)
Durch die Kinderschutzgruppe gemacht 264 (16,6 %)
Durch die Kinderschutzgruppe empfohlen 87 (5,5 %)


Meldung an die Strafverfolgungsbehörde

 

Durch eine andere Stelle bereits vorgenommen 165 (10,4 %)
Durch die Kinderschutzgruppe gemacht 69 ( 4,3 %)
Durch die Kinderschutzgruppe empfohlen 79 ( 5,0 %)

 

Mehr als jedes 4. Kind, welches irgendeine Form einer Misshandlung erleidet, ist wegen dieser oder einer anderen Problematik bereits vor der Misshandlung der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde bekannt. Die hohe Anzahl der Fälle, wo irgendeine Behörde eingeschaltet wird, unterstreicht die Wichtigkeit einer engen und guten Zusammenarbeit bei diesen oft schwierigen Fällen.

Zusammenfassung

  • Auch im Jahre 2020 wurde eine unverändert hohe Anzahl von misshandelten Kindern registriert.

  • Insgesamt wurden drei Kinder erfasst, die an den Folgen der Kindsmiss­handlung verstorben sind. Alle drei Kinder waren jünger als ein Jahr alt.

  • Das Anwenden von körperlicher Gewalt als Erziehungsinstrument ist immer noch weit verbreitet, noch mehr bei Männern als bei Frauen. Präventive Mass­nahmen oder Kampagnen in diesem Bereich wären deshalb sehr wünschens­wert.

  • Eine Zunahme der Fälle von psychischer Misshandlung (oder auch anderer Misshandlung) durch negative Einflüsse im Rahmen der Corona-Pandemie liess sich in unserer statistischen Erfassung nicht nachweisen.


Für die Fachgruppe Kinderschutz


Dr. med. Markus Wopmann, Leiter der Fachgruppe
Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche
Kantonsspital
5404 Baden

Quelle: https://www.paediatrieschweiz.ch/kinderschutzstatistik-2020/

14. Mai 2019
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INFORMATION

Der VSS will informieren und wachrütteln. Wir sind alle gefragt und niemand darf wegschauen. Die Kinderspitäler verzeichnen die meisten Kindesmisshandlungen im familiären Umfeld.

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KONTAKT

Verein für Schutz und Sicherheit (VSS)
Müllisperg 19 - 8722 Kaltbrunn
Telefon: +41 79 815 17 54
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