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Nationale Kinderschutzstatistik

Baden, 27. Mai 2015 - Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie Fachgruppe Kinderschutz der schweizerischen Kinderkliniken

Erneute Zunahme um 9 % der registrierten Fälle von Kindsmisshandlung an schweizerischen Kinderkliniken

Im Jahre 2014 wurden im sechsten Jahr in Folge die Kinder erfasst, die wegen vermuteter oder sicherer Kindsmisshandlung ambulant oder stationär an einer schweizerischen Kinderklinik behandelt worden waren. Erfreulicherweise konnten dieses Jahr die Daten von 21 der insgesamt 26 Kinderkliniken der Schweiz bearbeitet werden, was einem Rücklauf von 80 % entspricht. Die 5 Kinderkliniken oder Kinderabteilungen, die sich nicht an der Erfassung beteiligt haben, dürften aufgrund ihrer allgemeinen Fallzahlen nur wenig Fälle von Kindsmisshandlungen betreut haben, sodass die Anzahl der uns gemeldeten Fälle einen sehr grossen Teil der Fälle von Kindsmisshandlung darstellen, die an den schweizerischen Kinderkliniken im Jahre 2014 behandelt worden waren.

Resultate

Von den 21 Kliniken wurden insgesamt 1’405 Fälle gemeldet, was eine Zunahme um weitere 9 % gegenüber dem Vorjahr bedeutet! Die Fallzahl stieg in den letzten sechs Jahren konstant an und erreichte einen neuen Höchstwert. Ein Drittel der Zunahme der Fälle ist auf die drei Kliniken zurückzuführen, die uns 2014 erstmals Daten zur Verfügung gestellt haben, die restliche Zunahme resultiert vor allem aus einer höheren Fallzahl an einigen grossen Kinderkliniken. Eine hohe Sensibilisierung aller Berufsgruppen an den Kinderkliniken sowie eine gute Erfassung tragen höchstwahrscheinlich massgeblich zu dieser Zunahme bei. In den verschiedenen Untergruppen ergaben sich folgende Zahlen:

Körperliche Misshandlung 396 (28,2 %)
Vernachlässigung 307 (21,9 %)
Psychische Misshandlung 379 (27,7 %)
Sexueller Missbrauch 319 (22,7 %)
Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom 4 (0,3 %)

Über die letzten Jahre und auch gegenüber dem letzten Jahr hat der Anteil der Kinder, die psychisch misshandelt worden waren, erneut zugenommen. Darunter fallen Kinder, die beispielsweise verbal gedemütigt, bedroht oder genötigt werden, zudem aber auch Kinder, die durch das Miterleben von häuslicher Gewalt (unter den Eltern) stark betroffen und verängstigt sind. Ein Fünftel aller misshandelten Kinder war jünger als 2 Jahre, gut 40 % der misshandelten Kinder sind jünger als 6 Jahre. Insgesamt waren – wie letztes Jahr – 45 % Knaben und 55 % Mädchen betroffen.

Geschlecht der Kinder in den einzelnen Diagnosegruppen:

  Knaben Mädchen
Körperliche Misshandlung 53,3 % 46,7 %
Vernachlässigung 50,5 % 49,5 %
Psychische Misshandlung 49,3 % 50,7 %
Sexueller Missbrauch 25,8 % 75,2 %

Auch dieses Jahr sehr ausgeglichene Geschlechterverteilung bei allen Misshandlungsformen ausser beim sexuellen Missbrauch, bei dem Mädchen wiederum dreimal häufiger betroffen waren als Knaben.

Sicherheit der Diagnose

Sicher 902 (64,2 %)
Wahrscheinlich 213 (15,2 %)
Unklar 288 (20,5 %)

Psychische Misshandlung mit 84,2 % und körperliche Misshandlung mit 65,9 % wurden am ehesten als sicher klassifiziert. Diese Sicherheit war im Falle von Vernachlässigung nur in gut der Hälfte der Fälle, beim sexuellen Missbrauch in knapp der Hälfte der Fälle gegeben.

Täterin / Täter: Beziehung zum Kind

Familie 1’097 (78,1 %)
Bekannte/r des Kindes 178 (12,7 %)
Fremdtäter 36 36 ( 2,6 %)
Unbekannter Täter 94 ( 6,7 %)

Wie auch schon in den letzten Jahren zeigte sich, dass Vernachlässigung oder psychische Misshandlung praktisch immer im Familienrahmen stattfinden. Bei der körperlichen Misshandlung ist dies in 78 % der Fall, beim sexuellen Missbrauch in 42 %.

Täterin / Täter: Geschlecht

Männlich 656 (46,7 %)
Weiblich 362 (25,8 %)
Männlich und weiblich (meist Eltern gemeinsam) 252 (17,9 %)
Unbekannt 135 ( 9,6 %)

Sexueller Missbrauch wurde in 87 % der Fälle durch männliche Täter ausgeübt. Im Falle von Vernachlässigung wurde in fast der Hälfte der Fälle eine weibliche Person als Verursacherin bezeichnet, in 40 % aber auch Männer und Frauen (in der Regel die Eltern) gemeinsam.

Täterin / Täter: Alter

Älter als 18 Jahre 1’166 (83,0 %)
Jünger als 18 Jahre 141 (10,0 %)
Jünger und älter als 18 Jahre (mehrere Täter) 6 ( 0,4 %)
Unbekanntes Alter / keine Angabe 92 ( 6,6 %)

Beim sexuellen Missbrauch sind 25 % der Täter/Täterinnen jünger als 18 Jahre alt. Erstaunlicherweise beträgt der Anteil der Jugendlichen Täter auch bei der körperlichen Misshandlung 11,4 %.

Vormundschaftliche Massnahmen

Durch eine andere Stelle bereits eingeleitet 262 (18,6 %)
Gefährdungsmeldung durch die Kinderschutzgruppe gemacht 299 <(21,3 %)
Gefährdungsmeldung durch die Kinderschutzgruppe empfohlen 181 (12,9 %)


Strafrechtliche Massnahmen

Durch andere Stellen bereits eingeleitet 184 (13,1 %)
Durch die Kinderschutzgruppe veranlasst 97 ( 6,9 %)
Durch die Kinderschutzgruppe empfohlen 75 ( 5,3 %)

Fazit

  • An schweizerischen Kinderkliniken wurden 2014 mit 1‘405 Fällen so viele Kinder wie nie zuvor wegen Kindsmisshandlung registriert.
  • Die Fälle von psychischer Misshandlung nehmen zu, da bei den gesamtschweizerisch vielen Fällen von häuslicher Gewalt sehr oft Kinder zumindest indirekt mitbetroffen sind.
  • In jedem 5. Fall entschloss sich die Kinderschutzgruppe zu einer Gefährdungsmeldung an die Kindes-und Erwachsenenschutzbehörde, in 7 % der Fälle wurde durch die Kinderschutzgruppe eine Strafanzeige veranlasst. In vielen Fällen waren die entsprechenden Behörden bereits vorher in diesen Familien involviert, was zum Ausdruck bringt, dass Kindsmisshandlung häufig in sozial schwierigen und belasteten Situationen vorkommt.
  • Tragischerweise sind allein an schweizerischen Kinderkliniken im Jahre 2014 erneut drei Kinder an Kindsmisshandlung verstorben. Zwei Kinder starben an körperlicher Misshandlung und waren jünger als ein Jahr alt, ein Kind starb an Vernachlässigung und war zwischen 1 und 2 Jahre alt. Dies unterstreicht – zusammen mit der Häufigkeit von Kindsmisshandlung bei kleinen Kindern – die hohe Verletzlichkeit und damit auch die hohe Schutzbedürftigkeit in dieser Altersklasse.


Für die Fachgruppe Kinderschutz


Dr. med. Markus Wopmann, Leiter der Fachgruppe
Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche
Kantonsspital
5404 Baden

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Der VSS will informieren und wachrütteln. Wir sind alle gefragt und niemand darf wegschauen. Die Kinderspitäler verzeichnen 9% mehr Kindsmisshandlungen wovon die meistens im Familiären Umfeld stattfinden.

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Telefon: +41 79 815 17 54
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